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BNN, 05.10.2009

„Medienschaffende stellen sich vor“

Gaggenauer Beitrag zum Regionaltag: Verlagspräsentation und Autorenlesung / Infostand der BNN

Gaggenau (dor). Die Zeitspanne von einer Idee bis zum fertigen Buch „kann eine Sache von Jahren sein“. Sabine Katz, Verlegerin des 1985 gegründeten Casimir Katz Verlages in Gernsbach, gewährte bei der Präsentation ihres Hauses beim gestrigen Regionaltag in Gaggenau einen kleinen Blick hinter die Kulissen. Unter dem Stichwort „MedienReich“ stand diesmal der Regionaltag der Technologie-Region Karlsruhe; Gaggenau hatte dabei unter Koordination von Manfred Mayer, Pressesprecher der Stadtverwaltung, und unter dem Leitsatz „Medienschaffende stellen sich vor“ zu einem dreistündigen Programm in die Stadtbibliothek geladen.

Der Fotoclub 76 Gaggenau hatte eine Bildpräsentation vorbereitet; auch die Badischen Neuesten Nachrichten waren mit einem Infostand vertreten, BNN-Redakteur Thomas Dorscheid stand für Fragen und Anregungen zur Verfügung (zu den weiteren Programmpunkten des Regionaltages in der Technologie-Region Karlsruhe siehe auch die Berichte auf den Seiten 3 und 11 dieser Ausgabe).

Ein geschichtliches Buch, so Sabine Katz, und damit auch eine regionalgeschichtliche Publikation, für die der Casimir Katz Verlag bekannt ist, sei im Vorlauf etwa im Gegensatz zu einem Roman besonders aufwändig, „weil hier die Fakten stimmen müssen“. Darf ein Autor den Umschlag eines Buches mitgestalten? Diese Frage, so Katz vor einem überschaubaren Zuhörerkreis in der Bibliothek, werde von Verlagen sehr unterschiedlich beantwortet. Für den Casimir Katz Verlag gelte: „Bei uns haben Autoren ein Mitsprachrecht, die letzte Entscheidung treffen wir.“

Was Dr. Markus Bittmann, der Autor des in diesem Jahr erschienenen Buches „Das Murgtal. Geschichte einer Landschaft im Nordschwarzwald“ bestätigen konnte. Sein Vater, der Kunstmaler und Michelbacher Altbürgermeister Meinrad Bittmann, ist mit seinen Bildern der Co-Autor dieses Buches. Markus Bittmann erklärte gestern, warum sich die Verantwortlichen bei der Auswahl des Titelbildes für eine eher neutrale Felsformation mit Murgtalblick entschieden hatten: Hätte man ein spezielles Gaggenauer Motiv verwandt – beispielsweise einen Unimog – oder aber ein bestimmtes Gernsbacher Bild – etwa das Alte Rathaus – so hätte man damit mutmaßlich Leser aus der jeweils anderen Stadt verprellt ...

Markus Bittmann, der als Lehrer in Überlingen am Bodensee unterrichtet, wusste dem Publikum in unterhaltsamer Form Schwerpunkte seines Buches über das Murgtal vorzustellen. Beispielsweise, wie rasch Gaggenau durch die Industrieproduktion an Bedeutung und Einwohnerzahl zunahm: 1922 wurden die Stadtrechte verliehen, 1925 waren Gaggenau und Ottenau zusammen der drittgrößte Standort industrieller Produktion in Baden. Er freue sich, so Bittmann, dass Gaggenau heute mit dem Unimog-Museum die „Erfolgsgeschichte seines Nutzfahrzeugs“ in angemessener Form dokumentiert habe.

Auch die Entwicklung der Kirche spielt in dem Werk über das Murgtal eine Rolle: So darf Rotenfels als Ursprungsgemeinde im Tal gelten – „der Gegenpol war im übrigen Kloster Reichenbach“ – die Gemeinden in Gernsbach und Forbach seien erst zu einem späteren Zeitpunkt entstanden. Auch auf die für das Murgtal viele Jahre charakteristische Langholzflößerei und die Murgtalbahn ging Bittmann junior in seiner kurzweiligen Vorstellung ein.

Auch das als „medienkritisches Kabarett“ angekündigte „Erstes Deutsches Zwangsensemble“ am gestrigen Abend in der klag-Bühne war Teil des Gaggenauer Beitrags zum Regionaltag 2009 (wir werden noch berichten).

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