Medien im Wandel: Das ZKM | Zentrum für Kunst und Medientechnologie
Karlsruhe gilt als einzigartige und größte Kulturinstitution
für Medienkunst weltweit.
Es reagiert auf die schnelle Entwicklung der Informationstechnologien
und der sozialen Strukturen. Seit 1989 setzt sich das
ZKM in Theorie und Praxis kritisch mit den traditionellen und
neuen Medien sowie der Gestaltung der Informationsgesellschaft
auseinander.
Für die Kleinen: Führung „Von Zuse bis zum
Computerspiel – Das Medienmuseum erzählt
eine Geschichte des Computers“
11:30 und 14:30 Uhr; Führungen für Kinder
(8 bis 12 Jahre, Führung frei, Museumseintritt)
Zeitreise durch das Medienmuseum: Vor hundert Jahren hatte
der gerade erst geborene Konrad Zuse noch keine Ahnung
davon, wie der imaginäre Raum des Computers einst die Welt
der Kinder einnehmen würde. Er war mit ganz anderen Fragen
konfrontiert – waren die ersten von Zuse entwickelten Röhrenrechner
doch raumgreifende Maschinen. Einer dieser Computer,
Zuse Z22 mit der Seriennummer 13, ist der älteste noch voll
funktionsfähige und originalgetreu erhaltene Röhrenrechner
der Welt und im ZKM | Medienmuseum zu besichtigen.
Führung „Stadtquartierentwicklung und
Neue Medien in alten Mauern“
11:30 und 14:30 Uhr; Führungen für Erwachsene
(Führung frei, Museumseintritt)
Ein Stadtquartier im Wandel: Nicht nur der gigantische ZKMHallenbau
mit seinen zehn Lichthöfen hat in den vergangenen
Jahrzehnten prägend das Stadtquartier verändert. Das gesamte
westlich von der Innenstadt gelegene Gebiet ist Ort einer urbanen
Bespielung geworden und nicht zuletzt Spiegel neuer städtischer
Bedürfnisse. So tragen das Gebäude der Generalbundesanwaltschaft
als Organ bundesrepublikanischer Justiz und der
Filmpalast am ZKM als hochmodernes Kino nach außen, was
die Stadt Karlsruhe überregional schon lange bekannt macht:
Tradition und technische Innovation. Im Rahmen einer eineinhalbstündigen
Architekturführung werden den Teilnehmern
neue Perspektiven auf den ZKM-Hallenbau und die unter seinem
Dach vereinten drei Institutionen geboten. Außerdem wird der
Ausstellungsraum als Ort neuer Medien und als eigenständiges
Medium präsentiert.
Dokumentarfilm zur Geschichte des
heutigen
ZKM-Standortes im Dritten Reich: „Patronenwald“
(1997) von Sebastian Dorst
16:30 Uhr, Filmvorführung, ZKM-Vortragssaal, freier Eintritt
Das ZKM Karlsruhe hat 1997 in der ehemaligen Halle A der
Industriewerke Karlsruhe-Augsburg (IWKA) und der größten
Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik (DWM) seinen Platz gefunden.
Im Zweiten Weltkrieg wurden in der DWM ausländische
Arbeiterinnen und Arbeiter, die in Polen oder den Niederlanden
meist zwangsrekrutiert wurden, unter unmenschlichsten Bedingungen
in der Produktion eingesetzt. Sebastian Drost – ehemaliger
Student der ersten Generation der Staatlichen Hochschule
für Gestaltung Karlsruhe – erschloss in seinem Anfang 1998
uraufgeführten Dokumentarfilm „Der Patronenwald“ die Geschichte
der Fabrik und der „Fremdarbeiter“. Mit authentischem
Material, darunter Schriften, Verordnungen und Erlasse aus
dem Generallandesarchiv in Karlsruhe und Interviews mit den
polnischen und holländischen Arbeitern, schuf der damals noch
als Student eingeschriebene Drost ein beklemmendes Dokument
nationalsozialistischer Praxis.
ZKM | Museumskommunikation; Telefon: 0721 8100-1990,
E-Mail: fuehrungen@zkm.de; Haltestelle: ZKM (Linie 2E, Bus 55)